Minister Peter Hauk zu Besuch Walzbachtal

24.06.2020 | Bernhard Belstler (CDU Walzbachtal)
Foto: Jutta Belstler
Foto: Jutta Belstler


Auf gemeinsame Initiative des CDU Landtagskandidaten Ansgar Mayr und des CDU Gemeindeverbandes Walzbachtal gelang es, den Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk, MdL im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Gretz in Binsheim für einen Arbeitsbesuch zu verpflichten.

Mehr als 40 Landwirte und geladene Gäste Walzbachtals und der Nachbargemeinden verschafften sich einen Überblick über die aktuelle Landwirtschafts- und Verbraucherschutzpolitik Baden-Württembergs.

Vorstandsmitglied der CDU Walzbachtal Tino Villano begrüßte den Minister Peter Hauk, den Landtagsabgeordneten Joachim Kößler, den Landtagskandidaten Ansgar Mayr sowie die zahlreich erschienenen Gäste sehr herzlich. Dank der Veranstaltung im Freien und strikter Einhaltung der hygienischen Vorgaben konnte diese Veranstaltung auch in Coronazeiten stattfinden.

Grußworte und eine Einstimmung in die Thematik sprachen Joachim Kößler und Ansgar Mayr. Sie hießen auch den ehemaligen Präsidenten der IHK Karlsruhe Bernd Bechtold, den Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Werner Kunz und den Vertreter der BNN Arnd Waidelich willkommen.

Peter Hauk wies in seiner Eingangsbemerkung darauf hin, dass gerade in Coronazeiten viele Bürger den Weg zu den landwirtschaftlichen Direktvermarktern/ Hofläden gefunden haben. Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine regionalisierte bäuerliche Landwirtschaft, wie sie typischerweise in Baden-Württemberg bestehe, getreu dem Motto der Kampagne des Landes: „Keine Bauern, Kein Essen, Keine Zukunft."

Nicht hinzunehmen seien die vielfach zu hörende Pauschalkritik und Schuldzuweisungen an die Bauernschaft, die für die Umweltprobleme, das Insektensterben, den Rückgang der Artenvielfalt und die zu hohe Nitratbelastung des Grundwassers zu Unrecht verantwortlich gemacht werde.
Hauk sprach sich nachdrücklich für eine Aufrechterhaltung großer Schlachtbetriebe in Deutschland aus. Gerade der Tierschutz ist in Deutschland viel besser als in vielen süd- und osteuropäischen Staaten oder auch in China umgesetzt. Vor allen Dingen in Baden-Württemberg würde in kleinbäuerlichen Betrieben eine wünschenswerte Kreislaufwirtschaft mit Ackerbau und Tierhaltung betrieben, die große Vorteile gegenüber einer Landwirtschaft auf Monobasis biete.

Eine Absage erteilte der Minister den gesellschaftlichen Forderungen nach einer radikalen neu aufzustellenden Landwirtschaft. Hier dürfe man die landwirtschaftlichen Betriebe und die hinter ihnen stehenden Familien nicht durch zu radikale schnelle  Änderungen überfordern. Der Aufbau produktiver Betriebe bedeutet für viele Familien durch hohe kapitalintensive Investitionen -  wie für viele Häuslebauer auch - eine Lebensaufgabe. Zins- und Tilgungsdienst müssten in einem vertretbaren Zeitraum erwirtschaftet werden und vertrügen sich nicht mit einer kurzatmigen neuen Landwirtschaftspolitik. Gesellschaftlich für notwendig erachtete Neuerungen müssten von der Politik mit Augenmaß umgesetzt werden. Anerkannte Verfahren, wie der Einsatz einer Computer- und GPS-gesteuerten Digitalisierung bei der Unkrautbekämpfung sind bereits heute standardisierte Verfahren.

Großen Raum nahm auch eine sich im Anschluss des Vortrags entwickelnde Diskussion über die aus Sicht der anwesenden Landwirte und des Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes zu rigiden Vorgaben der Nitratwerte im Grundwasser. Hier sahen sich die Landwirte zu Unrecht an den Pranger gestellt und vermuteten auch andere Verursacher. Der Minister verwies auf die strengen Auflagen der zuständigen europäischen Kommission, die bei Nichteinhaltung zu extrem hohen Bußgeldern für die Bundesrepublik Deutschland geführt hätten.

Gleichwohl seien bei einer 35-prozentigen Nitratbelastung in Deutschland in Baden-Württemberg lediglich ein Wert unter 9 Prozent zu verzeichnen. Hier müsste seines Erachtens eine notwendige Regionalisierung der Grenzwerte eingeführt werden, für die er sich im Kabinett und im Austausch mit seinen Ministerkollegen der Länder stark machen wolle.

Unisono forderten die Landwirte eine stärkere staatliche Förderung ein, die der Hausherr des Nachmittags an einer in 2024 anstehenden Neuinvestition eines Biogasbehälters mit einem Investitionsvolumen von 250.000 € festmachte.

Der informative Gedankenaustausch wurde mit einer Begehung des landwirtschaftlichen Betriebes mit Biogasanlage der Familie Gretz abgerundet.
Ansgar Mayr und Tino Villano dankten dem Minister für sein Kommen und den guten Gedankenaustausch. Der Minister dankte seinerseits und versprach in Kürze auf Wunsch wieder nach Walzbachtal zu kommen, dann mit der nötigen Fachexpertise aus dem regionalen Landwirtschaftsamt, um regionale Fragen zielgerechter beantworten zu können.

Fotos von Jutta Belstler: